Technik

Multimeter: Modelle, Typen und Preise 2026

Aus angegebenen Quellen zusammengestellt und geprüft, von unserem Redaktionsteam überprüft.

Multimeter kosten zwischen etwa 15 Euro und weit über 400 Euro. Zwei Geräte im selben Regal können sich um den Faktor zwanzig unterscheiden und behaupten beide, „Spannung, Strom und Widerstand” zu messen.

Der Unterschied liegt nicht in der Zahl der Funktionen auf dem Drehschalter. Vier Dinge bestimmen den Preis: True-RMS-Messung, die CAT-Kategorie, die Auflösung in Counts und die Art der eingebauten Sicherung. Wer das nicht kennt, sieht beim 20-Euro-Gerät nur „macht dasselbe”. In einer Verteilung macht es das nicht.

Unten steht zuerst, was den Preis wirklich treibt, danach echte Modelle nach Budget mit ihren Preisen.

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Die Preise sind Stand August 2026 und entsprechen typischen Listungen bei Conrad, Reichelt, Amazon.de und Preisvergleichen wie Geizhals oder idealo. Sie schwanken mit Aktionen und Verfügbarkeit — lesen Sie sie als Größenordnung, nicht als Etikettpreis.

⚡ Kurz gefasst
Haushalt15-50 €, einfaches Digitalmultimeter reicht
Hobbyelektronik50-120 €, 6000 Counts + Kapazität
Elektrohandwerk100-400 €, True RMS + CAT III Pflicht
Zangenmessgerät40-300 €, Strom ohne Auftrennen
PreistreiberTrue RMS, CAT-Kategorie, Counts, HRC-Sicherung
Häufigster FehlerNach Preis kaufen, ohne die CAT-Kategorie zu prüfen
LebensdauerEin gutes Gerät hält 10-15 Jahre

Die 6 Dinge, die den Preis bestimmen

1. True RMS. Günstige Geräte sind „mittelwertbildend”: Sie messen den Gleichrichtmittelwert und multiplizieren mit 1,11. Dieser Faktor gilt nur für eine perfekte Sinuskurve. An gedimmter Beleuchtung, Frequenzumrichterausgängen, Schaltnetzteilen und USV-Ausgängen kann ein solches Gerät bis zu 40 % zu wenig anzeigen. True RMS verdoppelt den Preis ungefähr und ist im Elektrohandwerk nicht verhandelbar.

2. CAT-Kategorie. Auf dem Gerät steht CAT II 600 V, CAT III 1000 V oder Ähnliches. Je höher die Kategorie, desto mehr transiente Überspannung muss das Gerät aushalten. Ein CAT-II-Gerät in der Verteilung ist gefährlich, auch wenn die Zahl auf dem Display stimmt. Viele Billiggeräte drucken CAT III auf, ohne den inneren Schutz dafür zu haben — genau das ist einer der ehrlichsten Gründe für den Preisunterschied.

3. Auflösung (Counts). Ein 2000-Count-Gerät löst bis 1,999 V auf, 6000 Counts bis 5,999 V, 20000 Counts bis 19,999 V. In der Elektronik sind 6000 die Untergrenze, 20000+ angenehm.

4. Sicherungstyp. Gute Geräte haben HRC-Keramiksicherungen, billige eine Glassicherung oder gar keine. Diese Sicherung ist das einzige Bauteil zwischen Ihnen und einem Störlichtbogen, wenn Sie mit den Leitungen in der Strombuchse Spannung messen.

5. Genauigkeit. Angegeben als ±(0,5 % vom Messwert + 2 Digits). Einsteigergeräte schaffen etwa 1 % bei Gleichspannung, Mittelklasse 0,5 %, Profigeräte bis 0,09 %. Für den Haushalt genügt 1 % locker.

6. Zusatzfunktionen. Automatische Bereichswahl, Kapazität, Frequenz, Temperatur, berührungslose Spannungsprüfung (NCV), LoZ-Modus, Data Hold, Bluetooth. Die zwei, die im Alltag wirklich etwas ändern, sind NCV und LoZ.

Was diese Merkmale praktisch bedeuten, steht ausführlich in Multimeter oder Voltmeter.

Multimeter-Typen

Hand-Digitalmultimeter. Die Standardbauform: Buchsen, Drehschalter, LCD. Von der Küchenschublade bis zur Trafostation.

Zangenmessgerät. Misst Strom ohne den Kreis aufzutrennen — der Leiter geht durch die Zange. Bei hohen Strömen deutlich sicherer. Spannung und Widerstand weiterhin mit Prüfspitzen. Reine AC-Modelle sind günstiger, AC/DC-Modelle mit Hall-Sensor teurer.

Stiftmultimeter. Einteiliges Gehäuse für eine Hand. Praktisch in engen Verteilungen, dafür begrenzt in Auflösung und Bereichen.

Tischmultimeter. Für Labor und Fertigung. 5,5-6,5 Stellen, PC-Anbindung, Kalibrierschein. Eine eigene Preisklasse.

Analogmultimeter. Zeiger und Skala. Gut zum Beobachten von Veränderungen und ohne Batterie für Spannung; die niedrige Eingangsimpedanz führt in hochohmigen Schaltungen in die Irre. Wird heute vor allem für die Ausbildung gekauft.

Smartes / kabelloses Multimeter. Überträgt Messwerte aufs Handy und zeichnet auf. Kaiweets, Fnirsi und UNI-T bieten hier bezahlbare Geräte.

Modelle nach Budget

15 - 50 €: Haushalt und einfache Prüfungen

Mittelwertbildend, 2000-4000 Counts, manuelle oder teilautomatische Bereichswahl. Für Steckdosen, Batterien, Durchgangsprüfung und Lampenkontrolle völlig ausreichend.

ModellBesonderheitPreis ca.
DT-830 / XL830L NachbautenUnterste brauchbare Stufe, manuelle Bereichswahl8 - 15 €
Voltcraft VC-Einsteigerserie (Conrad)Deutsche Anleitung, Conrad-Gewährleistung20 - 40 €
UNI-T UT33-SerieRobustes Gehäuse, Silikonschutz20 - 35 €
PeakTech EinsteigermodelleDeutscher Hersteller, gute Dokumentation30 - 50 €

In dieser Klasse kein True RMS erwarten und nicht in der Verteilung einsetzen. Die Sicherung ist meist aus Glas.

50 - 120 €: ernsthafte Heimnutzung und Hobbyelektronik

6000 Counts, automatische Bereichswahl, Kapazität und Frequenz beginnen hier.

ModellBesonderheitPreis ca.
UNI-T UT61E+22000 Counts True RMS, Klassiker der Elektronik55 - 90 €
Kaiweets HT118ATrue RMS, NCV, 3 Jahre Garantie40 - 60 €
Voltcraft VC-MittelklasseBei Conrad mit Zubehör und Support60 - 120 €
PeakTech 3440-SerieDeutsche Unterlagen, solide Verarbeitung70 - 120 €

Wer Platinen repariert, fängt hier realistisch an: ohne Kapazitätsmessung und kleine mA/µA-Bereiche ist die Fehlersuche an einem Netzteil Raterei.

120 - 400 €: Elektrohandwerk und Industrie

ModellBesonderheitPreis ca.
Benning MM-SerieDeutscher Hersteller, im Handwerk stark verbreitet90 - 250 €
Fluke 113 / 115Solide Einstiegsklasse von Fluke150 - 250 €
Fluke 117LoZ (AutoV) und NCV — die Geisterspannungs-Killerab ca. 285 €
Fluke 87VIndustrie-Referenz, 4-stellige Auflösung380 - 500 €

Der Fluke 117 liegt laut Preisvergleich bei etwa 285 €, und dieser Preis steht nicht für Nachkommastellen. Er steht für Fallfestigkeit, Prüfleitungsqualität, HRC-Sicherungen, Eingangsschutz, Kalibrierservice und Ersatzteilversorgung. Bei einem Gerät, das täglich auf der Baustelle ist, wiegt das schwerer als das letzte Digit.

Benning verdient eine eigene Erwähnung: Als deutscher Hersteller mit Werk in Bocholt sind Service und Ersatzteile hier unkompliziert, und viele Elektrobetriebe arbeiten seit Jahrzehnten mit denselben Geräten.

Zangenmessgeräte

ModellBesonderheitPreis ca.
UNI-T UT210EAC/DC 100 A, Minigehäuse, True RMS40 - 70 €
Voltcraft / PeakTech ZangenConrad-Sortiment, deutsche Anleitung50 - 150 €
Benning CM-SerieHandwerkstauglich, CAT III/IV120 - 300 €
Fluke 323 / 376 FCEinschaltstrommessung, CAT IV180 - 500 €

AC/DC ist der entscheidende Punkt bei Photovoltaik, Batteriebänken und Fahrzeugelektrik. Reine AC-Zangen können Gleichstrom gar nicht messen.

Marken im deutschen Markt

Voltcraft — Conrads Eigenmarke. Vom Einsteigergerät bis zur Mittelklasse, mit deutscher Anleitung, Ersatzteilversorgung und einfacher Rückgabe. Für Privatanwender oft die bequemste Wahl.

Benning — Deutscher Hersteller, im Elektrohandwerk stark verankert. Robuste Geräte, langlebig, guter Service.

PeakTech — Deutscher Anbieter mit breitem Sortiment und ordentlicher Dokumentation, preislich unter Fluke.

Fluke — Die Referenz. Teuer wegen Sicherheitstechnik und Service, nicht wegen der Anzeige. Zudem der beste Wiederverkaufswert.

UNI-T, Kaiweets, Fnirsi — Direktimporte mit langen Funktionslisten zu niedrigen Preisen. Schwachpunkte sind Sicherungsqualität und nicht überprüfbare CAT-Angaben; für Werkbank und Haushalt sinnvoll, für die Verteilung nicht.

Gossen Metrawatt — Für Prüfungen nach DIN VDE 0100/0701-0702 der etablierte deutsche Anbieter; eigene Geräteklasse oberhalb des klassischen Multimeters.

Welches Gerät für welche Arbeit?

  • Steckdosen, Lampen, Batterien, Leitungen zu Hause: 15-50 €, mit Durchgangspiepser, mindestens CAT II 600 V.
  • Haushaltsgeräte- und Kleinmotorreparatur: 50-120 €; Kapazitätsmessung und Temperaturfühler zahlen sich aus.
  • Platinenelektronik: UT61E+-Klasse mit hoher Auflösung; kleiner µA-Bereich und Kapazität sind Pflicht.
  • Elektroinstallation, Verteilungen, Motoren: True RMS + CAT III 600 V (besser 1000 V) + LoZ. Benning MM oder Fluke 117 aufwärts.
  • Photovoltaik, Batterie, Fahrzeug: AC/DC-Zange (UT210E-Klasse) plus ein ordentliches Handgerät.
  • Labor, Kalibrierung, Fertigung: Tischgerät ab 5,5 Stellen, mit Kalibrierschein kaufen.

Checkliste vor dem Kauf

  1. Stehen CAT-Kategorie und Spannung auf dem Gerät? „1000 V” allein reicht nicht, es braucht CAT II/III/IV daneben.
  2. Sind auch die Prüfleitungen CAT-zertifiziert? Die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
  3. HRC-Keramiksicherung? Steht in der Anleitung. Auch die Verfügbarkeit von Ersatzsicherungen zählt.
  4. True RMS oder Mittelwert? Steht „True RMS” nicht drauf, ist es mittelwertbildend.
  5. Wie viele Counts? 2000, 4000, 6000, 20000+.
  6. Automatische Bereichswahl? Ohne sie wählen Sie jeden Bereich von Hand.
  7. Garantie und Service in Deutschland? Bei Voltcraft, Benning und PeakTech unkompliziert, bei Direktimporten oft nicht.
  8. Kalibrierung nötig? Wenn Messwerte dokumentiert oder geprüft werden, mit rückführbarem Kalibrierschein kaufen.

Wo kaufen?

  • Conrad Electronic — Voltcraft-Sortiment, Beratung, Rückgabe, Kalibrierservice.
  • Reichelt Elektronik — gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, breites Messtechnik-Sortiment.
  • Amazon.de — größte Auswahl, stärkste Preisschwankung; bei sicherheitsrelevanten Geräten auf den Verkäufer achten.
  • Voelkner, Pollin, Distrelec — solide Alternativen mit technischen Datenblättern.
  • Elektrogroßhandel (Sonepar, Rexel) — Benning und Gossen Metrawatt, dazu Prüfmittelverwaltung und Kalibrierung.
  • Preisvergleiche (Geizhals, idealo, CHECK24) — der schnellste Weg, denselben Artikel bei mehreren Händlern zu vergleichen.

Was bewegt die Preise 2026?

Multimeter werden fast vollständig importiert, deshalb schlagen Wechselkurs und Fracht direkt auf den Regalpreis durch. Drei praktische Folgen:

  1. Im Einstiegssegment sinken die Preise real weiter — für dasselbe Geld gibt es jedes Jahr mehr Funktionen.
  2. Im Profisegment (Fluke, Benning, Gossen) steigen die Preise mit der Inflation und werden außerhalb von Saisonaktionen selten stark rabattiert.
  3. Die Mitte ist umkämpft: UNI-T und Kaiweets bieten heute für 60 € Spezifikationen, die vor fünf Jahren 200 € kosteten.

Häufige Fragen

Was kostet ein Multimeter 2026? Ein einfaches Haushaltsgerät 15-50 €, für Hobbyelektronik 50-120 €, im Elektrohandwerk mit True RMS und CAT III ab etwa 100 € bis 400 €. Der Fluke 117 liegt bei rund 285 €.

Welches Multimeter für zu Hause? Ein Gerät mit Durchgangspiepser und mindestens CAT II 600 V. Voltcraft-Einsteigermodelle bei Conrad oder die UNI-T UT33-Serie decken das für 20-40 € ab.

Reicht ein billiges Multimeter? Für Steckdosen, Batterien und Leitungsprüfung ja. In der Verteilung, an Motorkreisen oder am Umrichterausgang nicht: ohne True RMS misst es falsch und einen echten CAT-Schutz hat es nicht.

Warum sind True-RMS-Multimeter teurer? Sie brauchen zusätzliche Messelektronik für den echten Effektivwert. Mittelwertgeräte multiplizieren mit 1,11, was nur bei sauberem Sinus stimmt und bei verzerrten Kurven bis zu 40 % zu wenig anzeigt.

Voltcraft oder Fluke? Voltcraft ist für Privatanwender und gelegentliche Arbeiten die günstigere, gut unterstützte Wahl. Wer täglich in Verteilungen misst, bekommt bei Fluke Sicherheitstechnik, Kalibrierung und Ersatzteile, die den Aufpreis rechtfertigen.

Zangenmessgerät oder Multimeter? Zwei verschiedene Aufgaben. Die Zange misst Strom ohne Auftrennen und ist bei hohen Strömen viel sicherer, das Handgerät ist bei kleinen Strömen genauer. Im Handwerk hat man beides.

Wie viele Counts brauche ich? Zu Hause 2000. Für Hobbyelektronik 6000 als Untergrenze, für Platinenreparatur 20000+.

Muss ein Multimeter kalibriert werden? Privat nicht. Sobald Messwerte dokumentiert, geprüft oder für Nachweise verwendet werden, ist eine jährliche rückführbare Kalibrierung nötig.

Lohnt sich noch ein Analogmultimeter? Für die Ausbildung und zum Beobachten von Veränderungen am Zeiger ja. Sonst ist Digital in Genauigkeit, Ablesbarkeit und Eingangsimpedanz überlegen.

Die Sicherung ist durchgebrannt, was tun? Mit gleicher Kennung ersetzen, möglichst als HRC-Keramiksicherung. Eine Glassicherung senkt den Schutz. Ursache ist fast immer eine Spannungsmessung mit den Leitungen in der Strombuchse.

Ist CAT III auf einem Billiggerät glaubwürdig? Das Etikett allein ist kein Nachweis. Echter CAT-III-Schutz entsteht durch Eingangswiderstände, PTCs, HRC-Sicherungen und Kriechstrecken. Bekannte Marke und autorisierter Händler senken das Risiko deutlich.

Wie lange hält ein Multimeter? Ein gutes Gerät 10-15 Jahre. Verschleiß entsteht an Prüfleitungen und Drehschalter; neue Leitungen sind deutlich billiger als ein neues Gerät.

Was kann ein Multimeter nicht messen? Isolationswiderstand (dafür Isolationsmessgerät), Erdungswiderstand, Fehlerstrom (spezielle Zange) sowie Kurvenform und hohe Frequenzen (Oszilloskop).

Lohnt ein Multimeter mit Bluetooth? Wenn Sie allein arbeiten und aufzeichnen müssen oder aus sicherer Entfernung ablesen wollen, sehr. Im Alltag rechnet sich der Aufpreis selten.

Welche Prüfleitungen kaufen? Silikonisolierte Leitungen mit mindestens derselben CAT-Kategorie wie das Gerät. Abgreifklemmen und feine Spitzen erleichtern die Arbeit; billige PVC-Leitungen brechen in der Kälte.

Quellen

  1. Geizhals Deutschland — Fluke 117 Preisvergleich (Stand August 2026). https://geizhals.de/fluke-117-multimeter-a1065598.html
  2. Fluke — When do you actually need a True-RMS multimeter? https://www.fluke.com/en-us/learn/blog/digital-multimeters/when-do-you-need-a-true-rms-multimeter
  3. Fluke — Dual impedance digital multimeters (LoZ). https://www.fluke.com/en-us/learn/blog/digital-multimeters/dual-impedance-digital-multimeters
  4. Conrad Electronic — Multimeter-Sortiment und Voltcraft-Serien. https://www.conrad.de
  5. IEC 61010-1 — Sicherheitsbestimmungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte (CAT-Kategorien). https://webstore.iec.ch/publication/4279
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