Tönung auswaschen: 9 Methoden, die wirklich wirken
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Fast alle, die eine Tönung wieder loswerden wollen, starten mit derselben Erwartung: “Die soll rausgehen, dann habe ich meine alte Farbe zurück.” Aber wenn die Tönung rausgeht, kommt die alte Farbe nicht zurück. Eine Tönung verändert das eigene Pigment nicht wie eine Coloration; sie legt einen Ton über den darunterliegenden Untergrund. Wäscht sich dieser Ton heraus, bleibt genau der Untergrund übrig, den die Tönung überdeckt hat — bei blondiertem oder gesträhntem Haar meistens Gelb, Gelbstich oder Orange.
Diese Unterscheidung ist die halbe Miete, denn sie entscheidet auch über die Methode: Ist Ihre Tönung ein reiner Direktzieher, der nur die Schuppenschicht umhüllt, oder eine Intensivtönung, die mit Entwickler ins Haar gegangen ist? Das eine geht in wenigen Wäschen raus, das andere geht nicht raus — es verblasst.
In dieser Anleitung steht zuerst, wie Sie zu Hause herausfinden, welche Sorte Sie haben, danach neun Methoden mit Mengen und Einwirkzeiten. Zwei Fälle, nach denen getrennt gefragt wird, bekommen eigene Kapitel: Silber- bzw. Aschtönung auswaschen und dunkle Tönung entfernen. Zum Schluss: Pflege danach und wie lange man bis zum Nachfärben warten muss.
Was eine Tönung ist und warum sie rausgeht
Eine Tönung hellt nicht auf. Sie legt eine dünne Farbschicht über einen bereits aufgehellten oder gefärbten Untergrund und schließt die Schuppenschicht für Glanz. Das Aufhellen macht die Blondierung; die Tönung bestimmt nur, welchen Ton dieser aufgehellte Untergrund trägt.
Unter demselben Wort werden im Handel zwei sehr verschiedene Dinge verkauft, und die Entfernung unterscheidet sich völlig:
| Typ | Wie sie wirkt | Wie lange sie hält | Auswaschbar? |
|---|---|---|---|
| Direktzieher (einfache Tönung) | Ohne Entwickler; Pigment legt sich auf die Schuppenschicht | Etwa 8-12 Wäschen (2-4 Wochen) | Ja — geht raus |
| Intensivtönung (mit Entwickler) | 3-6 % Entwickler öffnet die Schuppenschicht, Pigment geht hinein | Etwa 20-25 Wäschen (4-6 Wochen) | Nein — sie verblasst |
| Glossing / farbloses Glanzfinish | Kein Pigment, nur Glanz und Versiegelung | 3-4 Wochen | Geht von allein |
Praktisches Fazit: keine Tönung ist dauerhaft. Beide gehen irgendwann. Der Unterschied liegt im Tempo — und darin, welche der folgenden Methoden überhaupt etwas bewirkt.
Was passiert, wenn die Tönung rausgeht?
Der am häufigsten missverstandene Punkt. Der tatsächliche Ablauf:
- Wäsche 1-3Das oberflächliche Pigment geht. Der Glanz lässt sichtbar nach, die Farbe wirkt matt. Der Ton stimmt noch, er wirkt nur leblos.
- Wäsche 4-8Kalte Pigmente gehen zuerst. Violett, Blau und Grün lösen sich am schnellsten — und genau daraus bestehen Asch- und Silbertöne. Die Wärme kommt zurück.
- Wäsche 8-15Der Untergrund kommt durch. Bei blondiertem Haar heißt das Gelb, Gelbstich oder Orange. Viele sagen "die Tönung hat mein Haar gelb gemacht"; die Tönung hat gar nichts gemacht, sie hört nur auf, das zu überdecken, was ohnehin da war.
- DanachDort bleibt es stehen. Ihre Naturfarbe erscheint nur im Ansatz. Die Längen bleiben hell, weil das Pigment dort von der Blondierung entfernt wurde.
Der entscheidende Punkt: wurde vor der Tönung blondiert oder gesträhnt, bringt Sie das Auswaschen zurück auf den Zustand direkt nach der Blondierung — nicht auf Ihre Naturfarbe. Zur Naturfarbe führen nur zwei Wege: herauswachsen lassen oder eine Farbe nah an der eigenen einarbeiten. Auswaschen allein schafft das nie.
Zuerst klären: welcher Typ ist es?
Der praktischste Test kostet zwei Tage und erspart Monate falscher Versuche:
- Zweimal an aufeinanderfolgenden Tagen mit einem Tiefenreinigungsshampoo waschen. Heißes Wasser, keine Einwirkzeit.
- Sehen Sie nach zwei Wäschen eine deutliche Aufhellung, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Direktzieher — alle Methoden unten greifen, und die Sache ist in wenigen Tagen erledigt.
- Hat sich fast nichts bewegt, ist es eine Intensivtönung mit Entwickler. Dann bringt Waschen nur ein langsames Verblassen; Sie brauchen die stärkeren Optionen (Ascorbinsäure, Farbentferner) oder Geduld.
Die Porosität bestimmt die Dauer
Dieselbe Tönung geht bei zwei Personen unterschiedlich schnell raus. Der Grund heißt Porosität. Poröses Haar hat abstehende Schuppen; Pigment dringt leicht ein und kommt schwer wieder heraus. Bei intakter Schuppenschicht bleibt das Pigment außen und ist nach wenigen Wäschen weg.
Der Wasserglas-Test: ein paar Haare aus der Bürste in ein Glas klares Wasser geben und 5 Minuten warten.
- Sie schwimmen oben: geringe Porosität. Die Tönung sitzt außen und geht schnell raus.
- Sie schweben in der Mitte: normale Porosität.
- Sie sinken ab: hohe Porosität. Das Pigment ist eingedrungen; verdoppeln Sie die Zeiträume und bleiben Sie bei sanften Methoden statt bei harten.
Hohe Porosität heißt zugleich “dieses Haar ist schon vorgeschädigt” — Spülmittel und Natronpaste führen dort zu Haarbruch.
Kalkhaltiges Wasser: die übersehene Ursache
Wenn sich trotz aller Methoden nichts bewegt, liegt es vielleicht nicht an der Tönung, sondern am Wasser. Kalzium, Magnesium, Kupfer und Eisen aus hartem Wasser lagern sich am Haar an, bilden einen Film und schließen das Pigment ein. Chlorwasser tut über Kupfer dasselbe.
Die Lösung ist kein Tiefenreinigungsshampoo, sondern ein Chelat-Shampoo. Beide werden verwechselt:
| Tiefenreinigungsshampoo | Chelat-Shampoo | |
|---|---|---|
| Entfernt | Produktrückstände, Fett, Silikone | Mineralien (Kalk, Kupfer, Eisen) |
| Wirkprinzip | Starkes Tensid | Bindet das Mineral und löst es ab |
| Wie oft | Jeden zweiten Tag, kurzfristig | Einmal im Monat |
Wer in einer Region mit hartem Wasser lebt oder regelmäßig schwimmt, sollte einmal mit einem Chelat-Shampoo waschen, bevor er überhaupt anfängt. Sehr oft ist genau das die Antwort darauf, warum nichts anderes funktioniert hat.
Alle Methoden im Vergleich
| Methode | Stärke | Belastung | Wann es wirkt |
|---|---|---|---|
| Heißes Wasser + häufiges Waschen | Gering | Praktisch keine | 1-3 Wochen |
| Tiefenreinigungs-/Anti-Schuppen-Shampoo | Mittel | Trocknet aus | 3-6 Wäschen |
| Natron + Shampoo | Mittel-hoch | Trocknet aus, raut auf | 2-4 Anwendungen |
| Ascorbinsäure-Maske | Hoch (bei Direktzieher) | Mittel | 1-3 Anwendungen |
| Ölkur | Gering-mittel | Keine, pflegt | 3-5 Anwendungen |
| Zitronensaft + Wasser | Mittel | Trocknet aus, mit Sonne mehr | 2-4 Anwendungen |
| Spülmittel | Hoch | Hoch | 1 Anwendung |
| Farbentferner | Sehr hoch (bei oxidativer Farbe) | Mittel | 1 Anwendung |
| Kernseife | Mittel | Trocknet aus | 3-5 Wäschen |
Die Reihenfolge ist kein Zufall: immer mit der mildesten Methode beginnen und erst nach unten gehen, wenn nichts passiert. Oben anzufangen und das Haar zu ruinieren kostet weit mehr als unten anzufangen und zu warten.
Methode 1: Heißes Wasser und häufiges Waschen
Die schonendste Variante — und bei den meisten Direktziehern für sich schon ausreichend.
- Mit heißem Wasser waschen (so heiß, wie es angenehm ist). Wärme öffnet die Schuppenschicht und löst Pigment.
- Die ersten drei Tage täglich, danach jeden zweiten Tag.
- Nach dem Aufschäumen 2-3 Minuten einwirken lassen, dann ausspülen.
- Danach Spülung in Längen und Spitzen, nicht in den Ansatz.
Der einzige Nachteil ist die Geschwindigkeit. Dafür bleibt die Feuchtigkeitsbilanz unangetastet und es gibt kein Risiko.
Methode 2: Tiefenreinigungs- oder Anti-Schuppen-Shampoo
Tiefenreinigungsshampoos sind für Rückstände gemacht, und dieselbe Tensidstärke löst auch Tönungspigment. Anti-Schuppen-Shampoos raut die Haarstruktur leicht auf, wodurch sich die Farbe schneller löst — deshalb ist es der Klassiker unter den Hausmitteln.
- Haar anfeuchten, Shampoo von den Ansätzen in die Spitzen einarbeiten.
- 3-5 Minuten einwirken lassen (länger bringt nichts außer Trockenheit).
- Mit heißem Wasser ausspülen.
- Danach zwingend eine Intensivkur, 5-10 Minuten.
- Jeden zweiten Tag wiederholen; täglich entzieht der Kopfhaut das gesamte Fett.
In der Regel geht so in 3-6 Wäschen der größte Teil eines Direktziehers raus.
Methode 3: Natron + Shampoo
Natron ist leicht abrasiv und alkalisch genug, um die Schuppenschicht zu öffnen — beides zusammen löst Pigment.
Menge: 1 Esslöffel Natron auf eine Handvoll Shampoo.
- In der Hand vermischen, ins feuchte Haar von den Ansätzen in die Spitzen einarbeiten.
- 3-5 Minuten einwirken lassen.
- Gründlich ausspülen.
- Anschließend eine Kur — dieser Schritt ist nicht optional, Natron trocknet spürbar aus.
- Höchstens zweimal pro Woche.
Eine stärkere Variante: Natron mit Wasser zu einem Brei anrühren, im trockenen Haar verteilen und 20 Minuten einwirken lassen. Wirksamer und im selben Maß austrocknender.
Methode 4: Ascorbinsäure-Maske (die stärkste Hausmethode)
Ascorbinsäure ist der Wirkstoff vieler handelsüblicher Entfärber. Bei Direktziehern ist sie zu Hause mit Abstand das Wirksamste.
Menge: 1 Teil zerstoßene Ascorbinsäure (Vitamin C) + 2 Teile Shampoo. Tabletten zwischen zwei Löffeln zerdrücken; Brausetabletten funktionieren auch.
- Zu einer Paste verrühren.
- Auf feuchtes Haar auftragen, besonders die farbintensiven Partien sättigen.
- Duschhaube aufsetzen, 30-60 Minuten einwirken lassen.
- Lauwarm ausspülen, danach Pflegemaske.
- Bei Bedarf alle 2-3 Tage wiederholen.
Schon nach einer Anwendung ist der Unterschied deutlich. Bei einer Intensivtönung mit Entwickler ist die Wirkung deutlich geringer.
Methode 5: Ölkur
Öl löst Pigment nicht chemisch, macht die Schuppenschicht aber geschmeidiger, sodass sich Farbe beim Waschen leichter löst. Bei trockenem, strapaziertem Haar sollte das die erste Wahl sein, weil es gleichzeitig pflegt.
- Oliven- oder Kokosöl anwärmen (nicht heiß), von den Ansätzen in die Spitzen einmassieren.
- Haube oder Handtuch, 20-25 Minuten einwirken lassen — für stärkere Wirkung über Nacht.
- Mit Anti-Schuppen-Shampoo auswaschen; zweimal aufschäumen kann nötig sein.
- Zwei- bis dreimal pro Woche.
Methode 6: Zitronensaft + Wasser
Zitronensäure oxidiert Pigment. Die Wirkung ist moderat, aber real.
Menge: 1 Teil Zitronensaft + 4 Teile Wasser. Konzentrierter heißt trockener, nicht wirksamer.
- In eine Sprühflasche füllen oder mit dem Pinsel auftragen.
- 15-20 Minuten einwirken lassen.
- Gründlich ausspülen, Spülung anwenden.
Zur Sonne. Mit Zitrone im Haar in die Sonne zu gehen beschleunigt die Sache — aber unkontrolliert. Es löst nicht nur die Tönung, es hellt auch den Untergrund auf, und fast immer in eine warme, rötliche Richtung. Machen Sie das im Schatten. Wenn Sie die Sonne bewusst nutzen wollen, bleiben Sie unter 30 Minuten und pflegen Sie danach intensiv nach.
Methode 7: Kernseife
Der pH-Wert von Kernseife liegt höher als der von Shampoo; sie öffnet die Schuppenschicht stärker und löst Pigment schneller. Genau deshalb hält sich dieses Hausmittel so hartnäckig.
- Haar anfeuchten, Seife direkt einreiben, aufschäumen, 2-3 Minuten einwirken lassen, ausspülen.
- Sichtbares Ergebnis nach 3-5 Wäschen.
- Sie lässt das Haar trocken und störrisch zurück; Spülung ist Pflicht.
- Bei einer Intensivtönung sollten Sie wenig erwarten.
Methode 8: Spülmittel (nur als letzte Option)
Spülmittel ist ein sehr starkes Tensid; es löst Pigment schnell und nimmt dabei das gesamte Eigenfett mit.
- Im Verhältnis 1:1 mit Shampoo verdünnen.
- Nur auf die farbintensiven Partien geben, 1-2 Minuten einwirken lassen.
- Ausspülen und sofort eine Intensivkur anwenden.
- Als einmalige Maßnahme betrachten. Wiederholung hinterlässt splissiges, stumpfes Haar.
Bei bereits geschädigtem oder brechendem Haar gar nicht erst versuchen.
Methode 9: Farbentferner
Handelsübliche Farbentferner arbeiten mit Reduktion: ein schwefelbasiertes Reduktionsmittel wie Natriumhydrosulfit verkleinert das künstliche Farbmolekül, sodass es ausgespült werden kann. Anders als Blondierung greift das Ihr eigenes Pigment nicht an — es zielt nur auf künstliche Farbe.
Aber es gibt eine entscheidende Grenze: Farbentferner wirken auf oxidative Farben (Coloration und Intensivtönung). Bei Direktziehern und bei Pigment auf bereits blondiertem Haar bewirken sie sehr wenig. Ausgerechnet das Produkt, das man für die naheliegende Lösung hält, tut bei einer einfachen Tönung vermutlich gar nichts.
Wenn Sie eines verwenden:
- Halten Sie sich exakt an die Mischungsverhältnisse der Packung.
- Vorher unbedingt eine Teststrähne.
- Führen Sie den Spülschritt vollständig durch — eine halb abgebrochene Reduktion lässt die Farbe Tage später wieder “nachdunkeln”.
- Ihre Naturfarbe kommt dadurch nicht zurück; sichtbar wird der aufgehellte Untergrund.
Silbertönung bzw. Aschtönung auswaschen
Silber, Grau und Asch bestehen aus Violett- und Blaupigment, und das sind die Moleküle, die sich am schnellsten lösen. Eine Aschtönung geht deshalb viel leichter raus als eine dunkle.
- Setzen Sie zuerst das Silbershampoo ab. Es füttert den Ton bei jeder einzelnen Wäsche. Allein das bringt in 2-3 Wochen eine sichtbare Veränderung.
- Tiefenreinigungsshampoo + Natron ist hier die effizienteste Kombination; 3-4 Wäschen holen den größten Teil des Violetts heraus.
- Eine Ascorbinsäure-Maske entfernt die letzten grau-blauen Reste.
- Wenn das Grau geht, kommt Gelb — das ist kein Fehler, das ist der Untergrund. Wenn Sie auch das Gelb nicht mögen, hilft nicht weiteres Auswaschen, sondern ein Ton nah an Ihrer Naturfarbe.
- Auf porösem Haar kann sich Violett festsetzen und in den Spitzen fliederfarbene Flecken hinterlassen; dafür ist Ascorbinsäure die beste Wahl.
Wenn das Haar beim Auswaschen grün wird
Erschreckend, aber die Ursache ist simpel: gelber Untergrund + blaues Pigment = grün. Wurde eine blaubasierte Tönung gegen Orange eingesetzt und war der Untergrund in Wahrheit gelb, kippt das Ergebnis ins Grüne. Beim ungleichmäßigen Auswaschen wird das Grün deutlicher. Schwimmbadbesuche verstärken es, weil Kupfer im Wasser ebenfalls grün färbt.
Die Lösung:
- Der Gegenspieler von Grün ist Rot. Im Salon nimmt man dafür einen verdünnten rot- oder orangebasierten Korrektor. Zu Hause kommt eine kupfer- oder goldfarbene Farbspülung dem am nächsten.
- Kommt es vom Kupfer, zuerst ein Chelat-Shampoo; solange das Mineral im Haar sitzt, hält keine Korrektur.
- Greifen Sie nicht zur Blondierung. Grün ist ein Pigmentproblem, kein Untergrundproblem; Blondierung entfernt es nicht und schädigt das Haar.
Für das nächste Mal: soll auf einen rein gelben Untergrund ein Aschton (Blau), verhindert die Zugabe von 20-30 % Violett das Grün — Violett bildet die Brücke zwischen Blau und Gelb. Fragen Sie danach.
Silbershampoo-Flecken (fliederfarbene Spitzen)
Poröse Spitzen halten Violettpigment wie eine Tönung fest und zeigen mit der Zeit flieder-graue Flecken. Streng genommen keine Tönung, aber die Entfernung ist identisch:
- Silbershampoo absetzen, stattdessen ein normales sulfatfreies Shampoo.
- Ascorbinsäure-Maske wirkt bei Violettpigment am schnellsten; 30-45 Minuten genügen.
- Zwei bis drei Tiefenreinigungswäschen holen den Rest.
- Damit es nicht wiederkommt: Silbershampoo ein- bis zweimal pro Woche und 3-5 Minuten, nicht bei jeder Wäsche.
Dunkle Tönung entfernen
Eine dunkle Tönung ist aus zwei Gründen hartnäckiger: Sie enthält deutlich mehr Pigment, und dunkle Töne werden meist mit Entwickler angemischt, gehen also in die Schuppenschicht hinein.
Ein realistischer Plan:
- Erwartung anpassen. Eine dunkle Tönung geht nicht in ein paar Wäschen; rechnen Sie mit 4-6 Wochen Verblassen.
- Reihenfolge: Tiefenreinigungsshampoo (3-4 Wäschen) → Ascorbinsäure-Maske (2-3 Anwendungen im Abstand von 2-3 Tagen) → falls immer noch dunkel, Farbentferner.
- Poröses Haar hält dunkles Pigment stärker. In gesträhnten oder strapazierten Längen bleibt es länger als im Ansatz — deshalb wirken die Spitzen dunkler.
- Nicht zur Blondierung greifen. Damit hellen Sie den Untergrund mit auf und bekommen eine orange Schicht. Das Ergebnis ist schlechter als der Ausgangszustand.
- Wenn es schnell gehen muss, ist der richtige Weg ein kontrollierter Farbabzug im Salon, keine Blondierung zu Hause.
Was im Salon gemacht wird: Farbabzug und Blondierbad
Zwei verschiedene Dienstleistungen, die oft verwechselt werden:
- Farbabzug (Farbentferner). Reduktionschemie, die nur künstliches Pigment angreift und die Naturfarbe unangetastet lässt. Wirkt bei oxidativen Farben. Er hellt nicht auf, also sehen Sie danach — wieder — den aufgehellten Untergrund.
- Blondierbad (Blondierung mit Shampoo). Blondierpulver, Shampoo und niedrigprozentiger Entwickler stark verdünnt; hellt sehr sanft auf und löst hartnäckiges Pigment. Aggressiver als ein Farbabzug, und der Untergrund wird dabei etwas mit aufgehellt.
Welches davon, hängt vom Tönungstyp ab: Farbabzug bei dunkler Intensivtönung, leichtes Blondierbad bei Direktzieher-Resten. Blondierbad nicht zu Hause versuchen — Verhältnis und Zeit zu treffen braucht Erfahrung, und der Fehlerfall heißt Haarbruch.
Wie lange dauert es?
| Ausgangslage | Von allein | Mit Methoden |
|---|---|---|
| Farbloses Glossing | 3-4 Wochen | 2-4 Wäschen |
| Heller/Asch-Direktzieher | 8-12 Wäschen | 3-6 Wäschen |
| Dunkler Direktzieher | 12-15 Wäschen | 5-8 Wäschen |
| Intensivtönung (Entwickler) | 20-25 Wäschen (4-6 Wochen) | Kaum kürzer; sie verblasst |
| Auf porösem Haar | Länger | Länger |
Je poröser das Haar, desto besser hält es Pigment. Dieselbe Tönung, die auf gesundem Haar in drei Wochen weg ist, kann auf strapaziertem zwei Monate bleiben.
Pflege danach
Alle Methoden oben haben denselben Preis: Sie öffnen die Schuppenschicht und kosten Feuchtigkeit.
- Nach jeder Anwendung eine Intensivkur. Ohne Ausnahme.
- Bond-Pflege (Produkte mit Bis-Aminopropyl-Diglycol-Dimaleat) einmal wöchentlich, besonders bei zuvor blondiertem Haar.
- Hitze reduzieren. In der ersten Woche kein Glätteisen, kein Lockenstab.
- Protein-Feuchtigkeits-Balance beachten. Raues, “quietschendes” Haar braucht Feuchtigkeit; dehnbares, schlaffes Haar braucht Protein.
- Vor dem Nachfärben warten. Direkt nach dem Auswaschen aufgetragene Farbe zieht ungleichmäßig und wird fleckig. Mindestens 7-10 Tage warten und zwei Kuren dazwischenschieben.
Wann zum Friseur?
- Die Tönung ist entwicklerbasiert und nach zwei Wochen Hausmitteln hat sich die Farbe kein Stück bewegt.
- Eine nasse Strähne dehnt sich und federt nicht zurück — dann sollte gar keine Auswaschmethode mehr angewandt werden.
- Die Farbe ist fleckig oder streifig; Hausmittel gleichen das nicht aus, sie verstärken es.
- Es gab Henna oder eine Pflanzenfarbe unbekannter Zusammensetzung; Metallsalze reagieren mit peroxidhaltigen Behandlungen unkontrolliert.
Häufige Fehler
- Erwarten, dass die Naturfarbe zurückkommt. Zurück kommt der aufgehellte Untergrund.
- Täglich Tiefenreinigungsshampoo. Trocknet aus, ohne etwas zu beschleunigen.
- Natronpaste ständig wiederholen. Die Schuppenschicht bleibt dauerhaft offen, das Haar wird stumpf und rau.
- Unverdünntes Spülmittel. Eine Anwendung kann Spliss verursachen.
- Farbentferner für einen Direktzieher kaufen. Entferner wirken auf oxidative Farbe.
- Mit Blondierung abziehen wollen. Das hebt den Untergrund an, nicht die Tönung, und hinterlässt Orange.
- Direkt nach dem Auswaschen nachfärben. Poröses Haar zieht ungleichmäßig und wird fleckig.
- Die Kur weglassen. Jede dieser Methoden kostet Feuchtigkeit.
- Mit Zitrone in die Sonne. Unkontrolliert und in warmer Richtung.
- Beim Auswaschen einer Aschtönung weiter Silbershampoo benutzen. Sie lösen und füttern gleichzeitig.
Häufige Fragen
Wie wäscht man eine Tönung aus? Fangen Sie sanft an: heißes Wasser und häufiges Waschen, dann ein Tiefenreinigungs- oder Anti-Schuppen-Shampoo mit 3-5 Minuten Einwirkzeit, dann 1 Esslöffel Natron auf eine Handvoll Shampoo. Reicht das nicht, mischen Sie 1 Teil zerstoßene Ascorbinsäure mit 2 Teilen Shampoo und lassen es 30-60 Minuten im feuchten Haar. Nach jeder Anwendung eine Intensivkur.
Was passiert, wenn die Tönung rausgeht? Die Naturfarbe kommt nicht zurück. Sichtbar wird der Untergrund, den die Tönung überdeckt hat — bei blondiertem Haar meist Gelb, Gelbstich oder Orange. Zuerst geht der Glanz, dann die kalten Violett- und Blaupigmente, zuletzt die Farbe selbst.
Nach wie vielen Wäschen geht eine Tönung von allein raus? Ein Direktzieher nach etwa 8-12 Wäschen (2-4 Wochen), eine mit Entwickler angemischte Intensivtönung nach etwa 20-25 Wäschen (4-6 Wochen). Farbloses Glossing geht in 3-4 Wochen.
Wie bekomme ich eine Silbertönung raus? Zuerst das Silbershampoo absetzen — es füttert den Ton. Dann Tiefenreinigungsshampoo zusammen mit Natron; 3-4 Wäschen holen den Großteil des Violetts. Restliche grau-blaue Spuren mit einer Ascorbinsäure-Maske. Wenn das Grau geht, kommt Gelb; das ist der Untergrund.
Wie entferne ich eine dunkle Tönung? Langsam, weil sie mehr Pigment enthält und meist mit Entwickler angemischt wurde. Der Reihe nach: Tiefenreinigungsshampoo (3-4 Wäschen), Ascorbinsäure-Maske (2-3 Anwendungen), notfalls Farbentferner. Nicht mit Blondierung abziehen — das hebt den Untergrund und hinterlässt Orange.
Schädigt das Auswaschen der Tönung die Haare? Kommt auf die Methode an. Heißes Wasser und Ölkuren sind praktisch unbedenklich; Natron, Zitrone und Tiefenreinigungsshampoo trocknen aus; Spülmittel und Farbentferner sind am aggressivsten. Eine Intensivkur nach jeder Anwendung ist Pflicht.
Wie wäscht man Tönung mit Natron aus? 1 Esslöffel Natron auf eine Handvoll Shampoo, in der Hand vermischen, ins feuchte Haar einarbeiten, 3-5 Minuten einwirken lassen, ausspülen und anschließend eine Kur. Höchstens zweimal pro Woche.
Hilft Vitamin C gegen Tönung? Ja — Ascorbinsäure ist die wirksamste Hausmethode, vor allem bei Direktziehern. 1 Teil zerstoßenes Pulver mit 2 Teilen Shampoo mischen und 30-60 Minuten im feuchten Haar lassen. Bei Intensivtönungen ist die Wirkung begrenzt.
Wäscht Spülmittel die Tönung raus? Ja, aber es ist die härteste Methode. 1:1 mit Shampoo verdünnen, 1-2 Minuten einwirken lassen und als einmalige Maßnahme behandeln. Niemals auf geschädigtem Haar.
Wirkt ein Farbentferner auf Tönung? Nur auf oxidative Farben (Coloration und Intensivtönung). Bei Direktziehern und bei Pigment auf bereits blondiertem Haar bewirkt er sehr wenig. Vorher immer eine Teststrähne.
Heißes oder kaltes Wasser zum Auswaschen? Heißes. Wärme öffnet die Schuppenschicht und beschleunigt das Lösen. Kaltes Wasser macht das Gegenteil: es versiegelt und erhält die Farbe.
Meine Haare sind beim Auswaschen grün geworden — warum? Gelber Untergrund plus blaues Pigment ergibt Grün. Nach einer blaubasierten Tönung ist das normal. Rot neutralisiert Grün, also hilft ein verdünnter rot- oder orangebasierter Korrektor. Wer schwimmt, sollte zuerst mit Chelat-Shampoo das Kupfer entfernen. Keine Blondierung.
Ich habe alles probiert und die Farbe bewegt sich nicht — warum? Entweder ist es eine entwicklerbasierte Intensivtönung (die verblasst, statt auszuwaschen), oder Mineralablagerungen aus hartem Wasser bzw. Chlorwasser haben das Pigment eingeschlossen. Für Letzteres einmal im Monat ein Chelat-Shampoo.
Ich habe fliederfarbene Flecken in den Spitzen — was tun? Das sind Silbershampoo-Ablagerungen auf porösen Spitzen. Silbershampoo absetzen, 30-45 Minuten Ascorbinsäure-Maske und zwei bis drei Tiefenreinigungswäschen. Danach Silbershampoo nur noch ein- bis zweimal pro Woche für 3-5 Minuten.
Warum wird mein Haar orange, während die Tönung rausgeht? Orange ist der Untergrund, den die Tönung überdeckt hat. Blondierung führt dunkles Haar durch eine rot-orange Phase, und die Tönung unterdrückt das mit kaltem Pigment. Geht die Tönung, kommt die unterdrückte Farbe zurück.
Wie lange nach dem Auswaschen darf ich nachfärben? Mindestens 7-10 Tage. Das Auswaschen lässt die Schuppenschicht offen, sofort aufgetragene Farbe zieht ungleichmäßig und wird fleckig. Mindestens zwei Intensivkuren dazwischen.
Kann eine Tönung dauerhaft sein? Nein. Was als “dauerhafte Tönung” verkauft wird, sind Intensivtönungen, die in 4-6 Wochen verblassen. Dauerhaft ist nur die Aufhellung der Blondierung, nicht die Tönung.
Wäscht Öl die Tönung aus? Nicht durch direktes Lösen von Pigment, aber es macht die Schuppenschicht geschmeidiger, sodass sich Farbe beim Waschen leichter löst. Bei trockenem, strapaziertem Haar sollte es die erste Wahl sein: warmes Öl 20-25 Minuten, dann mit Anti-Schuppen-Shampoo auswaschen.
Meine Haare sind beim Auswaschen sehr trocken geworden — was jetzt? Aufhören. Eine Woche lang nur sulfatfreies Shampoo und zweimal wöchentlich eine Intensivkur. Dehnt sich eine nasse Strähne, ohne zurückzufedern, auf Bond-Pflege wechseln und das Auswaschen mindestens zwei Wochen verschieben.
Wann tönt man wieder nach? Nachdem die Tönung verblasst oder entfernt ist, meist alle 4-6 Wochen. Zeitpunkt und Anwendung stehen in unserer Anleitung Haare tönen: wann und wie.
Quellen
- Hairstory — What Is the Difference Between Semi vs. Demi Permanent Hair Color. https://hairstory.com/blogs/news/what-is-semi-vs-demi-permanent-hair-color
- Noelle Salon — Hair Color Remover Explained (Reduktionschemie und ihre Grenzen). https://noellesalon.com/blogs/hair-color-style/hair-color-remover-explained
- Smart Beauty — How to Remove Toner from Hair Safely. https://smartbeautyshop.com/how-to-colour-your-hair/how-to-remove-toner-from-hair/
- American Academy of Dermatology — Coloring and perming tips for healthier-looking hair. https://www.aad.org/public/everyday-care/hair-scalp-care/hair/coloring-perming-tips
- Lab Muffin Beauty Science — How does Olaplex hair treatment work? https://labmuffin.com/how-does-olaplex-hair-treatment-work/
- Ugly Duckling — The Hair Color Wheel: Neutralisation und Grünstich vermeiden. https://www.uglyducklingcolor.com/content/47-the-hair-color-wheel
- Malibu C — Unterschied zwischen Tiefenreinigungs- und Chelat-Shampoo. https://malibuc.com/blogs/blog/understanding-the-difference-between-clarifying-and-chelating-shampoos-which-one-do-you-need
- Olaplex — What Is Hair Porosity, and How Do You Test It? https://olaplex.com/blogs/news/low-vs-high-porosity-hair-and-how-to-test-it