Falsche Euro-Scheine erkennen: in zehn Sekunden zur Gewissheit
Aus angegebenen Quellen zusammengestellt und geprüft, von unserem Redaktionsteam überprüft.
Um einen Euro-Schein zu prüfen, brauchen Sie weder Lupe noch UV-Lampe noch ein Gerät. Die offizielle Methode der Europäischen Zentralbank besteht aus drei Schritten und dauert etwa zehn Sekunden: Fühlen, Sehen, Kippen. Genau die Merkmale, die Sie in diesen drei Schritten prüfen, lassen sich am schwersten fälschen.
Zuerst die Zahlen, denn das Risiko will richtig eingeschätzt werden. 2025 wurden 444.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen — 20 Prozent weniger als 2024. Auf eine Million echter Banknoten im Umlauf kommen damit nur 14 Fälschungen, eine der niedrigsten Quoten seit Einführung des Euro. Falschgeld ist also selten — selten heißt aber nicht nie, und rund 80 Prozent der Fälschungen sind 20- und 50-Euro-Scheine. Fälscher wählen bewusst die Stückelungen, die im Alltag schnell den Besitzer wechseln und am wenigsten geprüft werden.
Zuerst: Es gibt zwei Serien, und beide sind echt
Der häufigste Grund für den Verdacht “der Schein ist gefälscht” ist gar keine Fälschung, sondern der Serienunterschied. Im Umlauf sind zwei Banknotenserien nebeneinander, und beide sind gesetzliches Zahlungsmittel:
Die erste Serie (2002). Auf der Vorderseite Fenster- und Tormotive, auf der Rückseite eine Brücke und die Europakarte. Kein Europa-Porträt. Das Wasserzeichen zeigt Hauptmotiv und Wertzahl. Ab 50 Euro trägt die Rückseite unten rechts eine Farbwechselzahl, die von Violett zu Olivgrün oder Braun wechselt.
Die Europa-Serie (2013-2019). Benannt nach der Figur aus der griechischen Mythologie, deren Porträt in den Sicherheitsmerkmalen erscheint. Sie kam schrittweise: 5 Euro 2013, 10 Euro 2014, 20 Euro 2015, 50 Euro 2017 und schließlich 100 und 200 Euro am 28. Mai 2019. Jede Note dieser Serie trägt Europas Porträt sowohl im Wasserzeichen als auch im Hologramm, dazu unten links eine Smaragdzahl.
Wenn Ihnen ein Schein also fremd vorkommt, prüfen Sie zuerst die Serie. Eine ältere Note ist keine Fälschung — sie ist nur älter, und Läden wie Banken nehmen sie weiterhin an.
Zum 500er. Eine 500-Euro-Note der Europa-Serie wurde nie gedruckt; die EZB entschied das 2016, und Produktion wie Ausgabe endeten 2019 vollständig. Der alte 500er bleibt jedoch unbefristet gesetzliches Zahlungsmittel und kann bei den Zentralbanken des Euroraums umgetauscht werden. Betrachten Sie ihn also nicht als ungültig — prüfen Sie ihn aber besonders gründlich, gerade weil man ihn kaum noch sieht.
Schritt 1 — FÜHLEN
Nehmen Sie den Schein zwischen die Finger. Dieser Schritt braucht kein Hilfsmittel und ist der Weg, auf dem erfahrene Kassiererinnen und Kassierer die meisten Fälschungen bemerken.
Das Papier. Echte Euro-Banknoten werden auf 100 Prozent Baumwollfaser gedruckt, ohne Holzschliff. Die Hand liest das als griffig, fest und leicht federnd. Fälschungen fühlen sich meist weich, schlapp, manchmal wachsig oder zu glatt an; sie knittern leicht, und der Knick bleibt.
Reliefdruck. Auf der Vorderseite fühlen sich das Hauptmotiv, die Schrift und die große Wertzahl unter der Fingerkuppe dicker an. Das ist Stichtiefdruck: Die Farbe steht über dem Papier. Fahren Sie leicht mit dem Fingernagel darüber, dann spüren Sie die Struktur.
Tastlinien am Rand. Die Scheine der Europa-Serie tragen auf der Vorderseite am linken und rechten Rand kurze erhabene Linien. Sie sind Sicherheitsmerkmal und Tastmarke für blinde und sehbehinderte Menschen zugleich. Die erste Serie hat sie nicht.
Schritt 2 — SEHEN (gegen das Licht halten)
Halten Sie den Schein gegen eine Lichtquelle; Fenster oder Deckenlampe genügen.
Das Wasserzeichen. In der Europa-Serie erscheinen im Papier Europas Porträt, die Wertzahl und das Hauptmotiv. In der ersten Serie fehlt das Porträt, sichtbar sind Wertzahl und Hauptmotiv. Entscheidend ist: Ein echtes Wasserzeichen entsteht durch unterschiedliche Papierdicke, hat deshalb weiche Übergänge und ist von beiden Seiten sichtbar. Bei Fälschungen ist es meist grau aufgedruckt — schon ohne Gegenlicht schwach erkennbar, mit harten Kanten.
Der Sicherheitsfaden. Im Gegenlicht erscheint er als dunkle Linie im Papier. Darin steht in winziger weißer Schrift die Wertzahl zusammen mit dem Wort “EURO” (erste Serie) oder dem €-Symbol (Europa-Serie). Bei Fälschungen bleibt der Faden oft eine einfache graue Linie ohne lesbare Schrift.
Das Porträtfenster. Bei den 20-, 50-, 100- und 200-Euro-Scheinen der Europa-Serie wird das Fenster im oberen Teil des Hologramms im Gegenlicht durchsichtig und zeigt Europas Porträt von beiden Seiten der Note. Es gehört zu den am schwersten nachzumachenden Merkmalen; bei Fälschungen ist das Fenster entweder undurchsichtig oder ohne Porträt. 5 und 10 Euro haben es nicht.
Die Durchsichtszahl. Nur in der ersten Serie: Die unvollständigen Zeichen oben links auf der Vorder- und oben rechts auf der Rückseite ergänzen sich im Gegenlicht exakt zur Wertzahl. Jeder Versatz ist ein Warnsignal.
Schritt 3 — KIPPEN
Kippen Sie den Schein unter Licht vor und zurück. Dieser Schritt trennt Echtes von Falschem am deutlichsten, denn optische Effekte lassen sich mit Kopierer und Tintenstrahldrucker nicht erzeugen.
In der Europa-Serie:
- Porträt-Hologramm. Der Silberstreifen rechts zeigt beim Kippen Europas Porträt, das Hauptmotiv und die Wertzahl. Bleibt der Streifen eine glatte Silberfläche, ist der Schein gefälscht.
- Smaragdzahl. Über die glänzende Zahl unten links wandert ein Lichtbalken auf und ab, und die Zahl wechselt von Smaragdgrün zu Tiefblau. Dieses Merkmal tragen alle Stückelungen der Serie, von 5 bis 200 Euro.
- Satellitenhologramm. Nur bei 100 und 200 Euro: Am oberen Ende des Silberstreifens kreisen kleine €-Symbole um die Wertzahl. Unter direktem Licht werden sie deutlicher. Das ist das neueste und am schwersten zu kopierende Merkmal der Serie.
- Porträtfenster beim Kippen. Im Fenster bewegen sich regenbogenfarbene Linien um die Wertzahl; auf der Rückseite erscheinen darin regenbogenfarbene Wertzahlen.
In der ersten Serie:
- Hologramm. Bei 5, 10 und 20 Euro zeigt es Wertzahl und €-Symbol; ab 50 Euro Wertzahl und ein Fenster- oder Tormotiv.
- Glanzstreifen. Auf der Rückseite von 5, 10 und 20 Euro erscheint beim Kippen ein goldfarbener Streifen mit Wertzahl und €-Symbol.
- Farbwechselzahl. Ab 50 Euro wechselt die Zahl unten rechts auf der Rückseite von Violett zu Olivgrün oder Braun.
Verlassen Sie sich nie auf ein einziges Merkmal. Eine gute Fälschung kann eines der drei überzeugend nachahmen. Die EZB stellt selbst klar, dass Prüfgeräte das eigene Urteil anhand der Sicherheitsmerkmale nicht vollständig ersetzen können. Machen Sie deshalb alle drei Schritte und vergleichen Sie den Schein möglichst mit einer echten Note derselben Stückelung aus Ihrem Portemonnaie. Nebeneinander sieht man den Unterschied in Sekunden.
Schein für Schein
| Note | Farbe / Baustil | Format (Europa) | Format (erste Serie) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| 5 € | Grau, Klassik | 120 × 62 mm | 120 × 62 mm | Smaragdzahl, Porträt-Hologramm; kein Porträtfenster |
| 10 € | Rot, Romanik | 127 × 67 mm | 127 × 67 mm | Smaragdzahl, Porträt-Hologramm; kein Porträtfenster |
| 20 € | Blau, Gotik | 133 × 72 mm | 133 × 72 mm | Erste Note mit Porträtfenster; am häufigsten gefälscht |
| 50 € | Orange, Renaissance | 140 × 77 mm | 140 × 77 mm | Porträtfenster; zweithäufigste Fälschung |
| 100 € | Grün, Barock/Rokoko | 147 × 77 mm | 147 × 82 mm | Satellitenhologramm; €-Symbole in der Smaragdzahl |
| 200 € | Gelbbraun, Eisen und Glas | 153 × 77 mm | 153 × 82 mm | Satellitenhologramm; €-Symbole in der Smaragdzahl |
| 500 € | Violett, moderne Architektur | — (nie ausgegeben) | 160 × 82 mm | Nur erste Serie; seit 2019 nicht mehr ausgegeben, weiter gültig |
Die 5 Millimeter Höhenunterschied sind kein Zufall. In der Europa-Serie wurden 100 und 200 Euro auf die Höhe des 50ers (77 mm) gebracht, damit sie besser in Kassenladen und Zählmaschinen passen. Das hilft auch ohne Lineal: Ein neuer 100er ist sichtbar kürzer als ein alter. Halten Sie eine Note im neuen Design in der Hand, die dennoch 82 mm hoch ist, ist das ein ernstes Warnzeichen.
Außerdem gibt es den Euro nur in diesen sieben Werten. Reicht Ihnen jemand einen 15-, 25- oder 1000-Euro-Schein, erübrigt sich jede Prüfung: So etwas existiert nicht.
1- und 2-Euro-Münzen prüfen
Über Münzen wird viel seltener gesprochen, doch 1 und 2 Euro werden ebenfalls gefälscht — beide sind bimetallisch und laufen in Automaten.
Der Magnettest — die praktischste Prüfung. Der Kern einer echten 1- oder 2-Euro-Münze ist schwach magnetisch, der Außenring nicht. An einem Magneten haftet die Münze leicht, fällt aber beim Schütteln problemlos ab. Fälschungen liegen meist an einem der Extreme: Entweder sie haften fest (zu viel Eisen) oder überhaupt nicht.
Gewicht und Maß. Eine echte 2-Euro-Münze wiegt 8,50 g bei 25,75 mm Durchmesser, eine 1-Euro-Münze 7,50 g bei 23,25 mm. Eine Küchenwaage mit 0,1 g Auflösung klärt die Frage allein.
Randprägung. Die Inschrift am Rand der 2-Euro-Münze unterscheidet sich je nach Land (in Deutschland EINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT, in Griechenland Sterne, in den Niederlanden GOD ZIJ MET ONS). Bei Fälschungen fehlt sie, ist zu flach oder die Buchstaben sind verformt. Legt man zwei echte Münzen mit gleicher nationaler Seite nebeneinander, fluchtet die Randprägung.
Schärfe der Details. Unter der Lupe besteht die Europakarte auf einer echten 1- oder 2-Euro-Münze aus sehr feinen Punkten in vertiefter Prägung. Bei Fälschungen ist das Relief flach, die Schrift dick, die Oberfläche stumpf. Auch ein unsauberer Übergang zwischen Kern und Ring ist ein häufiges Erkennungsmerkmal.
Klang. Auf harten Untergrund fallen gelassen, klingt eine echte Münze hell und lange nach; eine Fälschung gibt meist ein dumpfes “Tack”. Allein kein Beweis, im Verbund mit den anderen Prüfungen aber aussagekräftig.
Tests, die nichts taugen oder in die Irre führen
Der Geldprüfstift. Diese Stifte enthalten Jod und reagieren mit der Stärke in holzhaltigem Papier. Euro-Banknoten bestehen zu 100 Prozent aus Baumwolle und enthalten keine Stärke — auf einer echten Note hinterlässt der Stift also keine Spur. Das Problem: Auf einer Fälschung, die auf stärkefreiem Papier gedruckt wurde, ebenfalls nicht. Ein “sauberes” Stiftergebnis beweist nichts.
Die billige UV-Lampe. Nützlich, aber allein nicht ausreichend — und der am häufigsten missverstandene Test. Richtig ist: Das Papier selbst leuchtet nicht, es bleibt dunkel. Was leuchtet, sind einzelne Elemente — rote, blaue und grüne Fasern im Papier, die Sterne der EU-Flagge, die kleinen Kreise und großen Sterne in Gelb; auf der Rückseite ein Viertelkreis in der Mitte in Grün; die waagerechte Seriennummer und ein Streifen in Rot. Gewöhnliches Kopierpapier enthält optische Aufheller und leuchtet deshalb flächig blauweiß — genau darin liegt der Unterschied.
Die Prüfung der Seriennummer. Euro-Seriennummern enthalten eine mathematische Prüfstruktur, doch eine gültige Seriennummer beweist nicht, dass die Note echt ist: Fälscher übernehmen einfach die Nummer eines echten Scheins aus dem Umlauf. Die Seriennummer sagt etwas aus, wenn sie falsch ist — und nichts, wenn sie stimmt.
“Kam aus dem Automaten, also echt.” Meist zutreffend, aber keine Garantie; die Kette bis zur Befüllung eines Geldautomaten kann lang sein. Es bleibt bei der Regel: dort prüfen, wo Sie das Geld bekommen.
Wenn Sie Falschgeld in der Hand haben
Dieser Teil ist so wichtig wie das Erkennen selbst, denn der falsche Reflex macht aus dem Geschädigten einen Beschuldigten.
- 1. Nicht zurückgebenGeben Sie den verdächtigen Schein nicht an die Person zurück, von der Sie ihn haben, und geben Sie ihn vor allem nicht weiter. Das Inverkehrbringen von Falschgeld ist eine eigene Straftat.
- 2. Umstände notierenHalten Sie fest, von wem, wo und wann Sie den Schein bekommen haben. Kassenbons, Kartenbelege und mögliche Kamerastandorte helfen.
- 3. AbgebenBringen Sie ihn zur Polizei, zu Ihrer Bank oder zu einer Filiale der Deutschen Bundesbank. Kreditinstitute sind verpflichtet, verdächtige Noten einzuziehen und der Zentralbank zur Analyse zuzuleiten.
- 4. Beleg verlangenLassen Sie sich die Abgabe schriftlich bestätigen. Diese Bestätigung ist Ihr Nachweis für gutgläubiges Handeln.
Was das Gesetz sagt. Das Herstellen von Falschgeld in Fälschungsabsicht ist nach § 146 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bedroht; das Inverkehrbringen von Falschgeld nach § 147 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Entscheidend für normale Bürgerinnen und Bürger ist der zweite Fall: Falschgeld anzunehmen, ohne es zu wissen, ist nicht strafbar — es weiterzugeben, nachdem man es weiß, sehr wohl.
Ersatz gibt es nicht. Wird eine Fälschung eingezogen, bekommen Sie den Nennwert nicht erstattet — weder von der Bank noch von der Zentralbank noch von einer Versicherung. Der Schaden bleibt bei dem, der den Schein gerade hält. Genau deshalb zählt der Moment der Annahme: Prüfen Sie den Schein, solange Ihr Gegenüber noch vor Ihnen steht.
Wann das Risiko am höchsten ist
Geldwechsel außerhalb des Bankensystems. Straßengeschäfte und informelle Wechsel mit “besserem Kurs als die Bank”. Je attraktiver der Kurs, desto genauer sollten Sie hinsehen. Bei Bank oder lizenzierter Wechselstube bleibt ein Beleg und ein Ansprechpartner.
Wechselgeld in Touristengegenden. Volle Tresen, hastige Abwicklung, schnell hingezähltes Wechselgeld. Scheuen Sie sich nicht, einen Schein anzusehen — im gesamten Euroraum ist das völlig normal.
Privatverkäufe. Auto, Handy, Möbel — größere Summen bar und von Hand zu Hand. Wickeln Sie solche Geschäfte möglichst in einer Bankfiliale ab: Der Zählautomat zählt und prüft in einem Zug.
Häufige Fragen
Wie erkennt man falsche Euro-Scheine? Mit der dreistufigen Methode der EZB: Fühlen (griffiges, festes Papier, spürbar erhabenes Hauptmotiv und Wertzahl), Sehen (im Gegenlicht Europas Porträt im Wasserzeichen und ein dunkler Sicherheitsfaden mit €-Symbol darin), Kippen (Europas Porträt im Silberstreifen, Smaragdzahl wechselt von Grün zu Blau). Machen Sie alle drei.
Woran erkenne ich, dass ein Euro-Schein echt ist? Eine echte Note ist auf 100 Prozent Baumwolle gedruckt, hat fühlbaren Reliefdruck, ein Wasserzeichen im Papier, das von beiden Seiten sichtbar ist, sowie Hologramm und Smaragdzahl, die sich beim Kippen bewegen. Sind alle vier vorhanden, ist der Schein echt.
Geht die Prüfung ohne Hilfsmittel? Ja, die gesamte Methode funktioniert mit bloßen Händen und normalem Licht. Die EZB weist selbst darauf hin, dass Prüfgeräte das eigene Urteil nicht vollständig ersetzen können.
Was ist die schnellste Einzelprüfung? Das Kippen. Kopierer und Tintenstrahldrucker können keine optischen Effekte erzeugen: Bleibt der Silberstreifen glatt oder wechselt die Smaragdzahl die Farbe nicht, erübrigt sich jede weitere Prüfung.
Wie erkenne ich einen falschen 5-Euro-Schein? Der 5er hat kein Porträtfenster, konzentrieren Sie sich also auf Smaragdzahl und Silberstreifen: Die Zahl unten links muss beim Kippen von Grün zu Blau wechseln, im Streifen muss Europas Porträt erscheinen. Format 120 × 62 mm, Farbe Grau, Baustil Klassik.
Wie erkenne ich einen falschen 10-Euro-Schein? Auch der 10er hat kein Porträtfenster. Achten Sie auf Europa im Wasserzeichen, auf €-Symbol und Wertzahl im Sicherheitsfaden sowie auf die Smaragdzahl unten links. Format 127 × 67 mm, Farbe Rot, Baustil Romanik.
Wie erkenne ich einen falschen 20-Euro-Schein? Der 20er ist die am häufigsten gefälschte Stückelung und verdient die genaueste Prüfung. Mit ihm führte die Europa-Serie das Porträtfenster ein: Halten Sie das Fenster über dem Hologramm gegen das Licht; es muss durchsichtig werden und Europas Porträt von beiden Seiten zeigen. Format 133 × 72 mm, Farbe Blau.
Wie erkenne ich einen falschen 50-Euro-Schein? Prüfen Sie Porträtfenster, Europa-Wasserzeichen und Smaragdzahl. Bei einem 50er der ersten Serie gibt es kein Porträtfenster; dafür steht unten rechts auf der Rückseite die Farbwechselzahl von Violett zu Grün. Beide sind gültig. Format 140 × 77 mm.
Wie erkenne ich einen falschen 100-Euro-Schein? Der 100er bietet zwei zusätzliche Merkmale: das Satellitenhologramm (€-Symbole, die oben im Silberstreifen um die Wertzahl kreisen) und €-Symbole innerhalb der Smaragdzahl. Prüfen Sie auch das Format: Der neue 100er misst 147 × 77 mm, die erste Serie 147 × 82 mm. Eine Note im neuen Design mit 82 mm Höhe ist ein ernstes Alarmzeichen.
Wie erkenne ich einen falschen 200-Euro-Schein? Es gelten dieselben Merkmale wie beim 100er: Satellitenhologramm, €-Symbole in der Smaragdzahl, Porträtfenster. Neues Format 153 × 77 mm, erste Serie 153 × 82 mm.
Wie erkenne ich einen falschen 500-Euro-Schein? Vom 500er existiert nur die erste Serie, eine Europa-Version wurde nie gedruckt. Eine echte 500-Euro-Note hat also kein Porträtfenster, keine Smaragdzahl und kein Satellitenhologramm. Zu prüfen sind Format 160 × 82 mm, violette Farbe, moderne Architektur, ein Hologramm mit Wertzahl und Fenstermotiv sowie die Farbwechselzahl unten rechts auf der Rückseite. Ein 500er mit Europa-Porträt ist mit Sicherheit gefälscht.
Ist der 500-Euro-Schein noch gültig? Ja. Produktion und Ausgabe endeten 2019, doch er bleibt unbefristet gesetzliches Zahlungsmittel und kann bei den Zentralbanken des Euroraums umgetauscht werden. Viele Geschäfte nehmen ihn trotzdem ungern an.
Wie erkenne ich eine falsche 1- oder 2-Euro-Münze? Der Magnettest ist am praktischsten: Der Kern einer echten Münze ist schwach magnetisch, haftet also leicht, fällt beim Schütteln aber ab. Eine Münze, die fest haftet oder gar nicht reagiert, ist verdächtig. Auch das Gewicht entscheidet: 2 Euro 8,50 g, 1 Euro 7,50 g. Zusätzlich prüfen, ob die Randprägung vorhanden und sauber ausgeprägt ist.
Funktionieren Geldprüfstifte beim Euro? Nicht zuverlässig. Sie erkennen Stärke in holzhaltigem Papier; Euro-Noten sind reine Baumwolle, eine echte Note zeigt also nichts — eine auf stärkefreiem Papier gedruckte Fälschung aber ebenso wenig. Ein sauberes Stiftergebnis macht keinen Schein echt.
Leuchten echte Euro-Scheine unter UV-Licht? Das Papier selbst leuchtet nicht, es bleibt dunkel — und genau das ist das Erkennungsmerkmal. Einzelne Elemente leuchten sehr wohl: dreifarbige Fasern im Papier, die Sterne der EU-Flagge und kleine Kreise in Gelb, auf der Rückseite ein Viertelkreis in Grün und die waagerechte Seriennummer in Rot. Gewöhnliches Papier leuchtet dagegen flächig blauweiß.
Verrät die Seriennummer eine Fälschung? Nur teilweise. Euro-Seriennummern enthalten eine Prüfstruktur, doch Fälscher kopieren die Nummer echter Scheine. Eine falsche Nummer sagt etwas aus, eine richtige beweist nichts.
Mein Euro-Schein sieht anders aus als gewohnt — ist er falsch? Wahrscheinlich nicht. Erste Serie (2002) und Europa-Serie (2013-2019) laufen nebeneinander um, beide sind gültig. Die Europa-Serie hat Europa-Porträt, Porträtfenster und Smaragdzahl; die erste Serie hat das nicht, dafür Durchsichtszahl und Farbwechselzahl.
Welcher Euro-Schein wird am häufigsten gefälscht? Der 20er und der 50er. Rund 80 Prozent der 2025 eingezogenen Fälschungen entfielen auf diese beiden Werte, weil sie im Alltagshandel schnell umlaufen und am wenigsten geprüft werden.
Wie verbreitet ist Falschgeld beim Euro? 2025 wurden 444.000 gefälschte Banknoten eingezogen, 20 Prozent weniger als 2024. Das sind 14 Fälschungen auf eine Million echter Banknoten im Umlauf. Rund 96,8 Prozent davon wurden innerhalb des Euroraums gefunden.
Bekomme ich Geld zurück, wenn ich Falschgeld abgebe? Nein. Falschgeld wird nicht erstattet; der Schaden bleibt bei dem, der den Schein hält. Die Note wird eingezogen und zur Analyse an die Zentralbank weitergeleitet.
Wie viele Länder nutzen den Euro? Mit dem Beitritt Bulgariens am 1. Januar 2026 umfasst der Euroraum 21 Länder. Darüber hinaus wird der Euro in einigen Staaten und Gebieten außerhalb des Euroraums verwendet.
Kommt eine neue Euro-Serie? Ja, eine dritte Serie ist in Vorbereitung. Anfang 2025 wählte die EZB zwei Themen aus: “Europäische Kultur” sowie “Flüsse und Vögel”. Die endgültige Designentscheidung wird bis Ende 2026 erwartet, die Scheine selbst etwa 2028. Bis dahin bleiben beide bestehenden Serien gültig.
Quellen
- Europäische Zentralbank — Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten (Fühlen, Sehen, Kippen). https://www.ecb.europa.eu/euro/banknotes/security/html/index.en.html
- Europäische Zentralbank — Zahl der gefälschten Euro-Banknoten 2025 weiterhin niedrig (27. Februar 2026). https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2026/html/ecb.pr260227~66abdc6895.en.html
- Europäische Zentralbank — Prüfung von Banknotenprüfgeräten. https://www.ecb.europa.eu/paym/cashprof/cashhand/devices/html/testing.en.html
- Europäische Zentralbank — Bulgarien führt den Euro ein (1. Januar 2026). https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2026/html/ecb.pr260101~c830245e42.en.html
- Gesetze im Internet — § 146 und § 147 StGB, Geldfälschung und Inverkehrbringen von Falschgeld. https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__146.html