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Druckmessgeräte: Arten, Funktion und Preise im Überblick

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Der Oberbegriff für ein Gerät, das Druck misst, ist Manometer. Den Luftdruck der Atmosphäre misst ein Barometer, den Blutdruck ein Blutdruckmessgerät (fachlich Sphygmomanometer), Drücke unterhalb des Atmosphärendrucks ein Vakuummeter, die Differenz zwischen zwei Anschlüssen ein Differenzdruckmessgerät und die Höhe über dem Meeresspiegel ein Höhenmesser (Altimeter).

Das klingt nach vielen Namen für dieselbe Sache, ist es aber nicht. Alle diese Geräte messen dieselbe physikalische Größe — Kraft pro Fläche — aber sie beziehen sich auf unterschiedliche Nullpunkte. Genau daran scheitern die meisten Fehlmessungen im Alltag: Der Reifendruckprüfer zeigt 2,3 bar, das Wetterradio meldet 1013 hPa, und beide Zahlen bedeuten etwas völlig anderes, obwohl beide “Druck” heißen.

📊 Kurz gefasst
OberbegriffManometer — alles andere sind Sonderfälle davon
LuftdruckBarometer, Anzeige in hPa (= mbar); Normalwert 1013,25 hPa
Deutsche Alltagseinheitbar für Technik, hPa fürs Wetter, mmHg beim Blutdruck
Faustregel1 bar ≈ 10 m Wassersäule ≈ 14,5 psi ≈ 100 kPa
Wichtigste UnterscheidungÜberdruck (Reifen, Heizung) vs. Absolutdruck (Wetter, Vakuum)
AuswahlregelBetriebsdruck soll im Bereich 25-75 % der Skala liegen
EinstiegspreisAnaloges Manometer ab 7,45 €, digitaler Reifenprüfer ab 13,80 €

Welchen Druck misst du? Die Zuordnung auf einen Blick

Gemessene GrößeGerätÜbliche Einheit
Gas- oder Flüssigkeitsdruck im geschlossenen BehälterManometer (Rohrfeder)bar
Luftdruck der AtmosphäreBarometerhPa (mbar)
Druck unterhalb des AtmosphärendrucksVakuummeter, Pirani-Messröhrembar, Pa
Differenz zwischen zwei PunktenDifferenzdruckmessgerätPa, mbar
BlutdruckBlutdruckmessgerät (Sphygmomanometer)mmHg
ReifendruckReifendruckprüfer, Reifenfüllmessgerätbar (psi als Zweitskala)
Statischer Druck in einer offenen RohrleitungPiezometer (Standrohr)mWS, bar
Höhe über MeeresspiegelHöhenmesser (Altimeter)m, abgeleitet aus hPa
Wassertiefe beim TauchenTiefenmesserm, bar
Sehr kleine Druckunterschiede (Lüftung, Filter)Mikromanometer, SchrägrohrmanometerPa

Alle Zeilen bis auf die letzten beiden Sonderfälle sind technisch dasselbe Prinzip: Ein elastisches Element oder eine Flüssigkeitssäule wird verformt beziehungsweise verschoben, und diese Verformung wird in eine Zahl übersetzt.

Der Klassiker aus dem Physikunterricht: „Womit misst man Luftdruck?”

Diese Frage taucht in fast jedem Physiktest der Mittelstufe auf, und die erwartete Antwort ist knapp: mit einem Barometer. Die Folgefrage lautet meist „Welche Bauarten gibt es?” — und hier werden zwei erwartet:

  • Flüssigkeitsbarometer (klassisch als Quecksilberbarometer nach Torricelli): Der äußere Luftdruck drückt Quecksilber in ein oben geschlossenes Rohr; die Steighöhe ist das Maß. Auf Meereshöhe sind das rund 760 mm.[2]
  • Aneroidbarometer (Dosenbarometer): Eine luftleer gepumpte, federnde Metalldose wird vom Luftdruck zusammengedrückt. Keine Flüssigkeit, transportabel — das ist die Bauart in jedem Wohnzimmerbarometer und in jedem Höhenmesser.

Zwei Zahlen sollte man dazu im Kopf haben: Der Normdruck auf Meereshöhe beträgt 1013,25 hPa, und Barometer sind üblicherweise für einen Bereich von etwa 800 bis 1200 mbar Absolutdruck ausgelegt.[1] Wer in einer Prüfung „Manometer” statt „Barometer” schreibt, ist übrigens nicht ganz falsch — aber gemeint ist die spezielle Bauform für den Atmosphärendruck.

Druck und seine Einheiten

Druck ist Kraft geteilt durch Fläche. Die SI-Einheit ist das Pascal (1 Pa = 1 N/m²) — für die Praxis viel zu klein, weshalb in Deutschland zwei abgeleitete Einheiten dominieren: bar in der Technik und Hektopascal (hPa) in der Meteorologie.

EinheitIn PascalWo sie in Deutschland auftaucht
1 Pa1 PaLüftungstechnik, Filterüberwachung
1 hPa = 1 mbar100 PaWetterbericht, Barometer, Wetterstation
1 kPa1.000 PaDatenblätter, technische Normen
1 bar100.000 PaHeizung, Reifen, Druckluft, Hydraulik
1 atm101.325 PaPhysikunterricht, Referenzangaben
1 mmHg = 1 Torr133,3 PaBlutdruck, Labor- und Vakuumtechnik
1 psi6.895 PaUS-Werkzeuge, Fahrradpumpen, Zweitskala
1 mWS (Meter Wassersäule)9.807 PaPumpen, Förderhöhe, Wasserversorgung

Die drei Umrechnungen, die im Alltag reichen: 1 bar = 1.000 hPa = 100 kPa, 1 bar ≈ 14,5 psi und 1 bar ≈ 10 m Wassersäule. Letzteres ist die nützlichste Faustregel überhaupt — der Wasserdruck steigt je 10 Höhenmeter um etwa 1 bar, weshalb ein Taucher in 20 m Tiefe rund 3 bar absolut aushält (2 bar Wasser plus 1 bar Luft darüber).

Absolutdruck, Überdruck, Differenzdruck, Vakuum

Diesen Abschnitt überspringen die meisten Ratgeber — und genau er erklärt, warum zwei Geräte am selben Punkt verschiedene Zahlen anzeigen. Der Unterschied liegt nicht in der Genauigkeit, sondern im Bezugspunkt.

Überdruck (Relativ- oder Effektivdruck, Kennzeichnung ü oder g für gauge) bezieht sich auf den umgebenden Luftdruck. Fast alles im Haushalt misst so: Heizungsmanometer, Reifendruckprüfer, Kompressor, Wasserleitung. Ein völlig leerer Reifen zeigt hier 0 bar an, obwohl in ihm natürlich Luft mit rund 1 bar steht.

Absolutdruck bezieht sich auf das perfekte Vakuum als Null. Barometer, Wetterstationen und Vakuummeter arbeiten so. Der Zusammenhang ist simpel:

Absolutdruck = Überdruck + aktueller Luftdruck

Am Beispiel: Zeigt der Reifendruckprüfer 2,2 bar, dann herrschen im Reifen absolut etwa 3,2 bar. Steht die Gastherme bei 1,5 bar, sind es absolut rund 2,5 bar.

Differenzdruck ist die Differenz zwischen zwei Anschlüssen, ohne Bezug auf irgendeinen Nullpunkt. So wird ein Luftfilter überwacht (verschmutzt = Differenz steigt) oder der hydraulische Abgleich einer Heizung geprüft.

Unterdruck oder Vakuum ist negativer Überdruck: weniger als der Umgebungsdruck. Ein Vakuummeter zeigt entweder von 0 bis −1 bar oder direkt in absoluten mbar an.

💡

Warum das beim Wetter zählt: Die 1013 hPa aus dem Wetterbericht sind ein auf Meeresniveau reduzierter Absolutdruck. In München auf 520 m Höhe misst ein Barometer real nur etwa 955 hPa. Eine Wetterstation, die man nicht auf die eigene Höhenlage einstellt, zeigt deshalb dauerhaft „Tiefdruck" an, obwohl draußen die Sonne scheint.

Mechanische Druckmessgeräte

Diese Geräte brauchen keinen Strom und sind der Grund, warum die Drucktechnik seit 150 Jahren funktioniert. Die Normen dazu sind DIN EN 837-1 (Rohrfeder) und EN 837-3 (Platten- und Kapselfeder).[1]

  1. 1
    U-Rohr-Manometer. Ein gebogenes Glasrohr mit Wasser oder Quecksilber. Der Höhenunterschied der beiden Flüssigkeitssäulen ist der Druck — direkt aus der Definition, ohne Kalibrierkurve. Deshalb im Unterricht allgegenwärtig und in der Lüftungstechnik bis heute im Einsatz.
  2. 2
    Piezometer (Standrohr). Ein senkrechtes offenes Rohr an einer Leitung. Die Steighöhe des Wassers zeigt den statischen Druck an. Nur für Überdruck und nur für mäßige Werte brauchbar — bei 2 bar bräuchte man ein 20 m hohes Rohr.
  3. 3
    Rohrfedermanometer (Bourdon). Das runde Manometer, das jeder kennt. Ein kreisförmig gebogenes, abgeflachtes Rohr streckt sich unter Druck, die Bewegung geht über ein Zahnsegment auf den Zeiger. Typisch 0,6 bis 1.000 bar — das Arbeitspferd an Kompressor, Heizung und Hydraulik.
  4. 4
    Plattenfedermanometer. Eine gewellte Membran zwischen zwei Flanschen. Weil die Membran großflächig und bündig eingebaut werden kann, ist diese Bauart für zähe, verschmutzte oder aggressive Medien die erste Wahl — Abwasser, Farben, Lebensmittel.
  5. 5
    Kapselfedermanometer. Zwei verschweißte Membranen bilden eine Kapsel. Sehr empfindlich, gedacht für kleine Gasdrücke von wenigen Millibar bis etwa 600 mbar — etwa Gasinstallationen und Ofenzüge.
  6. 6
    Balgmanometer (Bellows). Ein ziehharmonikaförmiger Metallbalg dehnt sich aus. Großer Weg, große Kraft — deshalb dort verbaut, wo das Signal direkt einen Schalter oder ein Ventil betätigen soll, etwa im Druckschalter eines Hauswasserwerks.
  7. 7
    Quecksilberbarometer. Die Referenzbauart für den Luftdruck. Genau, aber ortsfest, temperaturempfindlich und wegen des Quecksilbers heute praktisch nur noch im Museum und in Kalibrierlaboren.
  8. 8
    Aneroid- oder Dosenbarometer. Evakuierte Metalldose statt Flüssigkeit. Steckt im Wohnzimmerbarometer, im Bergsteiger-Höhenmesser und in der analogen Wetterstation.
  9. 9
    Kolbenmanometer / Druckwaage. Ein Kolben bekannter Fläche wird mit Gewichten belastet. Das genaueste mechanische Verfahren überhaupt und deshalb kein Messgerät für den Alltag, sondern das Normal, mit dem andere Manometer kalibriert werden.

Elektronische Druckmessgeräte

Elektronische Geräte wandeln die Verformung in ein elektrisches Signal. Das kostet Stromversorgung, bringt dafür Logging, Grenzwertalarme und Regelbarkeit.

Piezoresistiv und Dehnungsmessstreifen (DMS). Der mit Abstand häufigste Typ. Auf einer Siliziummembran ändert sich der elektrische Widerstand, wenn sie sich durchbiegt. In der Industrie sitzt dieser Sensor im Drucktransmitter mit 4-20-mA-Ausgang — dem Standardsignal, das eine Steuerung erwartet. Typische Genauigkeit 0,1 bis 0,5 % vom Endwert.

Piezoelektrisch. Ein Kristall erzeugt bei Verformung eine Ladung. Der entscheidende Punkt: Diese Ladung fließt ab, das Gerät kann statischen Druck nicht messen. Es misst schnelle Änderungen — Zünddruck im Motor, Druckstöße, Explosionen. Wer damit einen Kessel überwachen will, sieht nach Sekunden nur noch null.

Kapazitiv. Die Membran ist eine Kondensatorplatte; ihre Bewegung ändert die Kapazität. Sehr empfindlich bei kleinen Drücken, deshalb erste Wahl für Differenzdruck in der Lüftungs- und Reinraumtechnik.

Vakuummessgeräte. Unterhalb etwa 1 mbar versagt jedes mechanische Prinzip. Dann wird nicht mehr Kraft gemessen, sondern die Teilchenzahldichte: Das Pirani-Vakuummeter wertet aus, wie stark das Restgas einen geheizten Draht abkühlt; das Ionisationsvakuummeter ionisiert das Restgas und misst den Ionenstrom. So kommt man bis in den Hochvakuumbereich.

MEMS-Barometer im Smartphone. In fast jedem aktuellen Handy sitzt ein wenige Quadratmillimeter großer piezoresistiver Absolutdrucksensor. Er liefert die Höhenangabe für Navigation und Fitness-Apps und macht das Telefon zu einem brauchbaren, wenn auch ungeeichten Barometer.

Vergleich: welches Gerät wofür

GerätPrinzipTypischer BereichEinsatz
U-Rohr-ManometerFlüssigkeitssäule0-500 mbarUnterricht, Lüftung, Gasprüfung
Rohrfedermanometerelastische Verformung0,6-1.000 barHeizung, Kompressor, Hydraulik
PlattenfedermanometerMembranverformung16 mbar-40 barzähe und aggressive Medien
KapselfedermanometerDoppelmembran2,5-600 mbarGas, Ofenzug, Reinraum
Aneroidbarometerevakuierte Dose800-1.200 mbar abs.Wetter, Höhenmessung
Drucktransmitter (DMS)Widerstandsänderung0-1.000 barAnlagensteuerung, 4-20 mA
Piezoelektrischer SensorLadungserzeugungdynamisch, bis kbarMotoren, Druckstöße
Pirani-VakuummeterWärmeleitfähigkeit1.000-0,001 mbarVakuumanlagen, Beschichtung

Druckmessgeräte im deutschen Alltag

Die Gastherme. Das kleine runde Manometer an der Therme ist ein Rohrfedermanometer für Überdruck. Im kalten Zustand soll es im Einfamilienhaus bei etwa 1,2 bis 1,5 bar stehen, unter 1,0 bar wird nachgefüllt. Warm zeigt dieselbe Anlage 0,3 bis 0,5 bar mehr — wer heiß befüllt, hat kalt zu wenig. Muss man ständig nachfüllen, liegt es fast immer am Ausdehnungsgefäß, nicht am Manometer.[3]

Der Reifendruck. Immer kalt messen — nach 20 km Fahrt steigt der Druck um 0,2 bis 0,3 bar, und wer dann auf den Sollwert ablässt, fährt kalt zu weich. Der richtige Wert steht nicht im Reifen, sondern auf dem Aufkleber im Türholm der Fahrertür oder in der Tankklappe, meist getrennt für Teil- und Volllast. Die Tankstellensäule ist bequem, aber oft ungenau; ein eigener Prüfer im Handschuhfach lohnt sich.

Das Blutdruckmessgerät. Das einzige Alltagsgerät, das in mmHg anzeigt. Oberarmgeräte gelten als zuverlässiger als Handgelenkgeräte, weil die Manschettenhöhe automatisch stimmt; am Handgelenk muss man den Arm bewusst auf Herzhöhe halten, sonst verfälscht der Wassersäulendruck den Wert um mehrere mmHg.

Der Schnellkochtopf. Er arbeitet mit rund 0,4 bis 1,0 bar Überdruck, was den Siedepunkt des Wassers auf 108 bis 120 °C hebt. Der Anzeigestift ist kein Manometer, sondern eine Ventilstellung — er zeigt Stufen, keine Zahlen.

Die Wetterstation. Für die Wettervorhersage zu Hause zählt weniger der Absolutwert als die Tendenz: Fällt der Druck innerhalb von drei Stunden um mehr als 1 bis 2 hPa, kommt meist eine Störung. Genau deshalb ist der Trendpfeil auf der Station wichtiger als die Zahl daneben.

Der Druckschalter am Hauswasserwerk. Ein Balg- oder Membranschalter, der die Pumpe bei einem unteren Wert einschaltet und bei einem oberen abschaltet, typisch 2,0 / 3,5 bar. Startet die Pumpe im Sekundentakt, ist der Vordruck im Membrankessel zu niedrig — geprüft wird er mit einem gewöhnlichen Reifendruckprüfer.

Modelle und Preise (Richtwerte, Stand September 2026)

GerätModell / AusführungPreisHändler
Analoges Manometer0-10 bar, Ø 63 mm, Anschluss 1/4”7,45 €Hornbach[4]
Reifendruckprüfer, einfachGarage, bis 4,5 bar3,55 €Reichelt[5]
Reifendruckprüfer, robustGarage, bis 7 bar13,80 €Reichelt[5]
Reifenfüllset mit ManometerPattfield Reifendruckpistole, 12-tlg.14,90 €Hornbach[4]
Digitaler ReifendruckprüferBGS 210120,99 €Hornbach[4]
RohrfedermanometerWatts, Ø 80 mm, 1/2”, 0-10 bar22,61 €Hornbach[4]
DigitalmanometerFX 3700, Anschluss 1/8”24,25 €Hornbach[4]
IndustriemanometerFESTO, 0-10 bar35,57 €Reichelt[5]
Glyzerinmanometer EdelstahlMA104, 0-16 bar, Ø 100 mm, G 1/2”44,23 €Fergo[6]
PräzisionsmanometerPCE-PME 10116,90 €Reichelt[5]
Differenzdruckmessgerättesto 510202,30 €Wesco[7]
Funk-Wetterstation, EinstiegTFA LIFE21,90 €Hornbach[9]
Funk-Wetterstation, gehobenTFA RAIN PRO57,10 €Hornbach[9]
Blutdruckmessgerät, HandgelenkBeurer BC 2830,90 €Shop Apotheke[8]
Blutdruckmessgerät, OberarmBeurer BM 2841,36 €Shop Apotheke[10]
Druckschalter HauswasserwerkSTAHLWERK DE-20 ST, 0-8 bar16,99 €Hornbach[4]

Die Spanne ist bemerkenswert: Zwischen dem 3,55-€-Reifenprüfer und dem 202-€-Differenzdruckmessgerät liegt Faktor 57 — und beide messen Druck. Bezahlt wird nicht die Messung, sondern Genauigkeit, Auflösung und Dokumentierbarkeit.

Wie man das richtige Gerät auswählt

  1. Die 25-75-Prozent-Regel. Der normale Betriebsdruck soll im mittleren Bereich der Skala liegen, idealerweise bei etwa 50 %. Ein 0-10-bar-Manometer für eine Heizung mit 1,5 bar ist Unsinn — dort gehört ein 0-4-bar-Gerät hin. Bei schwellendem Druck sogar nur bis 65 % des Skalenendwerts.
  2. Genauigkeitsklasse. Die Klasse (z. B. 1,6 oder 2,5) ist der Fehler in Prozent vom Skalenendwert, nicht vom Messwert. Klasse 2,5 an einem 0-16-bar-Gerät heißt ±0,4 bar — überall auf der Skala, auch bei 1 bar.
  3. Glyzerinfüllung bei Vibration. An Kompressoren, Pumpen und Hydraulik zittert der Zeiger und das Werk verschleißt. Die Glyzerinfüllung dämpft, macht das Ablesen ruhig und verlängert die Lebensdauer deutlich.[1]
  4. Anschluss und Lage. In Deutschland üblich sind G 1/4”, G 3/8” und G 1/2”, jeweils unten (radial) oder hinten (axial, für den Schalttafeleinbau). Falsche Lage bedeutet, dass das Gerät passt, aber nicht ablesbar ist.
  5. Werkstoff der medienberührten Teile. Messing genügt für Wasser und Luft. Bei Chemie, Salzwasser oder Lebensmitteln muss es Edelstahl sein, sonst frisst das Medium die Feder.
  6. Absolut oder Überdruck. Für Reifen, Heizung und Druckluft: Überdruck. Für Wetter, Höhe, Vakuum und Verpackungstechnik: Absolutdruck. Diese Entscheidung lässt sich später nicht durch Umrechnen heilen.
  7. Analog oder digital. Analog liest man aus drei Metern Entfernung ab und braucht keine Batterie — ideal für dauerhaft montierte Anzeigen. Digital bietet Auflösung, Min-/Max-Speicher und Umschaltung zwischen bar, psi und kPa — ideal für mobile Prüfungen.

Kalibrierung und Fehlerquellen

Nullpunktverschiebung. Ein drucklos montiertes Manometer muss null zeigen. Steht es dauerhaft daneben, ist die Feder überdehnt — meist durch einen Druckstoß. Das Gerät ist damit nicht nur am Nullpunkt falsch, sondern über den gesamten Bereich.

Temperatureinfluss. Manometer werden bei etwa 20 °C abgeglichen. Am heißen Kesselrohr oder im Winter draußen driftet die Anzeige. Deshalb sitzt ein Manometer an Heizungsanlagen über eine Wassersackrohr-Schleife am Rohr — die stehende Wassersäule hält die Hitze vom Messwerk fern.

Parallaxe und Meniskus. Beim Zeigergerät verschiebt schräges Ablesen den Wert; bessere Geräte haben deshalb einen Spiegelring. Beim Flüssigkeitsmanometer liest man immer die Unterkante des gewölbten Meniskus bei Wasser (bei Quecksilber die Oberkante) — und zwar auf Augenhöhe.

Einbauhöhe. Jeder Meter Höhenunterschied zwischen Messstelle und Manometer verfälscht bei Wasser um etwa 0,1 bar. Im Keller montiert zeigt dasselbe Gerät mehr an als im ersten Stock.

Kalibrierintervall. Üblich sind zwölf Monate; bei rauen Bedingungen oder sicherheitsrelevanten Messungen kürzer. Referenz ist die Druckwaage beziehungsweise der Deadweight Tester, der über definierte Gewichte auf einer bekannten Kolbenfläche einen exakt berechenbaren Druck erzeugt.[1]

Sechs Fehler, die immer wieder passieren

  1. Reifendruck warm messen und dann auf den Sollwert ablassen. Ergebnis: kalt 0,3 bar zu wenig, höherer Verbrauch, Verschleiß an den Reifenschultern.
  2. Überdruck und Absolutdruck verwechseln — etwa beim Vergleich der eigenen Wetterstation mit dem Wetterbericht, ohne die Höhenlage einzustellen.
  3. Manometer am Skalenanfang betreiben. Bei Klasse 2,5 und einem 0-25-bar-Gerät sind 1,5 bar reine Schätzung.
  4. Piezoelektrische Sensoren für statische Messungen einsetzen. Sie driften prinzipbedingt gegen null.
  5. Ungefiltertes, schmutziges Medium auf eine Rohrfeder geben. Das Kapillarrohr setzt sich zu, danach zeigt das Gerät irgendwas Konstantes an — und das fällt oft monatelang nicht auf.
  6. Handgelenk-Blutdruckmessgerät unterhalb der Herzhöhe verwenden. Schon 20 cm Höhenunterschied verschieben den Wert um rund 15 mmHg.

Häufige Fragen

Womit misst man Druck? Mit einem Manometer; je nach Druckart heißt das Gerät Barometer (Luftdruck), Vakuummeter (Unterdruck), Differenzdruckmessgerät (Druckdifferenz) oder Blutdruckmessgerät.

Was ist der Unterschied zwischen Manometer und Barometer? Das Barometer ist eine Sonderform des Manometers: Es misst ausschließlich den Absolutdruck der Atmosphäre, üblicherweise im Bereich 800 bis 1200 hPa, während ein gewöhnliches Manometer den Überdruck gegenüber der Umgebung anzeigt.

Wie viel bar sind 1 hPa? 1 hPa entspricht 0,001 bar, umgekehrt sind 1 bar genau 1.000 hPa. Hektopascal und Millibar sind dasselbe.

Wie rechnet man bar in psi um? 1 bar entspricht rund 14,5 psi; umgekehrt sind 1 psi etwa 0,069 bar. Ein Reifen mit 2,2 bar hat also gut 32 psi.

Welchen Druck soll die Heizung haben? Im kalten Zustand meist 1,2 bis 1,5 bar im Einfamilienhaus, unter 1,0 bar sollte nachgefüllt werden; im warmen Betrieb liegt der Wert normalerweise 0,3 bis 0,5 bar höher.

Warum ist mein Reifendruck morgens niedriger? Weil Druck temperaturabhängig ist: Etwa 10 °C Temperaturunterschied verändern den Reifendruck um rund 0,1 bar, deshalb wird grundsätzlich kalt gemessen.

Was misst ein Differenzdruckmessgerät? Die Differenz zwischen zwei Anschlüssen, typischerweise in Pascal — etwa den Druckabfall über einem Luftfilter, einer Lüftungsanlage oder zwischen zwei Räumen.

Kann mein Handy den Luftdruck messen? Ja, die meisten aktuellen Smartphones enthalten ein MEMS-Barometer, das den Absolutdruck misst und daraus die Höhe ableitet; für Wettertrends reicht es, geeicht ist es nicht.

Wie genau ist ein Manometer der Klasse 2,5? Der Fehler beträgt 2,5 Prozent vom Skalenendwert, bei einem 0-16-bar-Gerät also ±0,4 bar über den gesamten Anzeigebereich.

Wozu dient die Glyzerinfüllung im Manometer? Sie dämpft Zeigerschwingungen bei Vibration und pulsierendem Druck, macht die Anzeige ablesbar und schützt das Messwerk vor Verschleiß.

Warum wird der Blutdruck in mmHg angegeben? Weil die Messung historisch mit einer Quecksilbersäule erfolgte; 120 mmHg entsprechen rund 160 hPa oder 0,16 bar Überdruck, und die Einheit blieb aus Vergleichbarkeitsgründen erhalten.

Was kostet ein einfaches Manometer? Ein analoges 0-10-bar-Manometer mit 1/4”-Anschluss beginnt im Baumarkt bei etwa 7,45 €, ein digitaler Reifendruckprüfer bei rund 13,80 €, ein Glyzerinmanometer aus Edelstahl bei etwa 44 €.

Quellen

  1. Druckmessgerät — Wikipedia
  2. Barometer — Schülerlexikon Physik, Lernhelfer
  3. Wasserdruck in der Heizung — thermondo
  4. Manometer — Hornbach
  5. Manometer — Reichelt Elektronik
  6. MA104 Glycerin-Manometer 0-16 bar — Fergo
  7. testo 510 Differenzdruck-Messgerät — Wesco
  8. Beurer BC 28 Handgelenk-Blutdruckmessgerät — Shop Apotheke
  9. Wetterstationen — Hornbach
  10. Beurer BM 28 Oberarm-Blutdruckmessgerät — Shop Apotheke
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